Protokoll der Vertreterversammlung am 23.1.2026 in Hamm
1.-5. Regularien: Der Vorsitzende Hans-Joachim Olschewski begrüßt 35 Delegierte sowie als Gast Frau Ilka Hüggenberg vom Kreisveterinäramt Unna. Die satzungsgemäße Einladung sowie Beschlussfähigkeit werden festgestellt. In der Tagesordnung wird der Antrag des IV Schwerte zur Vespa Velutina etwas nach hinten gerückt. Zum Protokoll wird ergänzt, dass im Jahr 2026 der IV Afferde die Kassenprüfung durchführt. Die Anzahl der AFB-Proben betrug im Jahr 2024 57 Stück.
6. Bericht des Vorsitzenden: Am 17.10.2025 haben sich die Vereinsvorsitzenden in Schwerte getroffen. Zukünftig sollen weitere Treffen stattfinden, um den Erfahrungsaustausch zwischen den Vorsitzenden zu vertiefen. Bis auf zwei Vereine beteiligen sich alle Vereine an der Mitgliederverwaltung des Landesverbandes. Unter den Imkern im Kreisgebiet sind scheinbar einige neue Imker, die ihre Standorte beim Veterinäramt bislang nicht gemeldet haben. An der Schulung zum Einsatz neuer Medien für die Öffentlichkeitsarbeit hat Dominic Kersten teilgenommen. Alfons Pohlmann erhielt im Jahr 2025 als Auszeichnung für herausragende Leistungen die Verdienstmedaille als höchste Auszeichnung des Landesverbandes. Im Laufe des Jahres wurden folgende Gremien mit Imkern besetzt: Beirat der Unteren Naturschutzbehörde Hamm: Arndt Oberdorf, Luka Usay, Michael Zwilling sowie Nadine Batze, Alexander Lukaczyk, Claudia Olschewski für die Landschaftsbehörde des Kreises Unna. Weitere Punkte im Jahresbericht: Honigmarkt, Herbsttagung mit Fachberater Wolfgang Take und Dr. Marika Hartz, Schulung mit Vera Poker zur Auswinterung.
Vespa Velutina: Aufgrund der Verdichtung nimmt die Imkerschaft die Vespa Velutina als gesamtgesellschaftliches Problem wahr und versucht sich darauf einzustellen.
Die Naturschutzbehörden beschränken sich darauf, die Gefahr von Nestern ausschließlich bei negativen Auswirkungen auf die Biodiversität abzuwägen und eine Bekämpfung nach Priorisierung zu beauftragen. Im privaten Raum wird somit mit den erheblichen Gefahren und Nachteilen ein Vakuum entstehen. [Anmerkung: Nach Art. 19 EU-Verordnung 1143/2014 muss ein Mitgliedstaat Managementmaßnahmen gegen die invasive aufweisen, damit deren Auswirkungen … minimiert werden. Gemäß Management- und Maßnahmenblatt ist eine möglichst frühe Bekämpfung mindestens bis zum Ausflug von Jungköniginnen vorgesehen].
Ein erster Runder Tisch mit Vertretern von Behörden hat unter der Leitung von Heinrich Behrens, zweiter Vorsitzender der NFG stattgefunden. Mit der Wahl von zwei KIV-Obleuten für invasive Arten möchte der KIV das Thema angehen. Mit Nadine Batze und Marcel Grassat soll ein Kompetenzteam gestartet werden, welches um Mitglieder aus den Vereinen erweitert werden soll. Dem Antrag des IV Schwerte wird damit vorerst Rechnung getragen.
Die Teilnahme von Imkern an Schulungen zum Fachberater für Wespen und Hornissen sowie an Fortbildungen zu Invasiven Arten wird empfohlen. Ein Antrag des Landesverbandes zur besseren finanziellen Ausstattung der KIVe ist gestellt. Um die Kosten für die Bekämpfung zukünftig in Grenzen zu halten, empfiehlt sich möglicherweise eine kleinräumige, frühzeitige Bekämpfung. Die Zusammenarbeit mit Schädlingsbekämpfern wird an Bedeutung gewinnen, wobei Imker die Bestimmung der Art vornehmen können. Eine Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde ist in jedem Fall erforderlich.
Die Meldung an die Plattform des Landes NRW „Neobiota“ ist nach wie vor für alle Beteiligten Pflicht. Als imkerliche Maßnahmen gelten die Fluglochsicherung bzw. Abschirmung zur Vermeidung der Flug-Paralyse und die Haltung ausschließlich starker Völker. Die Aufstellung von Locktöpfen kann bei der Ermittlung des Neststandortes helfen. Alexandra Lehmann vom IV Wiescherhöfen/Bergkamen hat den Teilnehmern Locktöpfe angeboten und gibt Erfahrungen gern weiter. Der Versicherungsschutz durch die Imkerglobalversicherung bezieht sich auf Haftpflicht gegen über Dritten. Zur Arbeitssicherheit beim Umgang mit biogenen Stoffen wurden von der SVLFG Betriebsanweisungen herausgegeben. Die Entfernung / Umsiedlung von Wespen, Hornissen oder Bienen ist möglicherweise in der eigenen Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung enthalten. Hier unbedingt die eigenen Versicherungsbedingungen abfragen!
7. Berichte der Obleute
Bericht der Obmänner für Bienengesundheit: Ulf Bergmann stellt fest, dass im Jahr 2025 insgesamt 52 Futterkranzproben für das Monitoring gezogen wurden. Zeitweise bestand ein AFB-Sperrbezirk in Bönen. Ulf Reinicke berichtet, dass der Landesverband die BSV bittet auf die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen zu achten, wobei einige Tagungen entsprechend anerkannt werden.
Bericht des Honigobmannes: Alfons Pohlmann berichtet, dass der KIV sich mit 12% gegenüber 8% Beteiligung im Landesverband überdurchschnittlich an der Honigbewertung beteiligt hat. Für das nächste Jahr soll darüber entschieden werden, zukünftig zwei statt drei Gläser abzugeben. Aus den Reihen des KIV Unna-Hamm erzielten zwei Imker besonders gute Leistungen bei der landesweiten Bewertung: Georg Löcken aus Bausenhagen erreichte des 9. Platz für seine Sommertracht und Detlef Klaus aus Hamm erreichte den 6. Platz für seine Sommertracht und den 7. Platz für seinen flüssigen Honig. Die Bewertung ist eine wichtige Möglichkeit für die Eigenkontrolle. Und nur über die Qualität verkaufen wir unseren Honig, so der Honigobmann.
Zuchtobmann Hüseyin Vuran berichtet anhand von Bildern über den Ablauf der Zuchtsaison. Im Jahr 2025 konnte er 42 EWK‘s nach Norderney verbringen, wobei 36 Königinnen begattet wurden. Ob er im Jahr 2026 wieder auf der Belegstelle Davert mitarbeitet, steht noch nicht fest. Mitte Mai bis Ende Juli besteht in Brambauer an jedem Donnerstag die Möglichkeit zum Umlarven. Am 14.6. soll es wieder nach Norderney gehen. Mitfahrer sind willkommen.
8.-10. Kassierer Paul Dircks berichtet über einen soliden Kassenbestand. Ralf Moser beantragt im Namen der Prüfer des IV Afferde die Entlastung des Vorstandes, was einstimmig erfolgt.
11.-12. Geplante Aktivitäten sind der Anfängerkurs in Schwerte, eine Schulung mit Fachberater Lars Meyke zu Bienenwachs. Der Wirtschaftsplan wird einstimmig angenommen.
13. Wahlen (ohne Gegenstimme): Vorsitzender Hans-Joachim Olschewski wird für drei Jahre wiedergewählt. Kassierer Paul Dircks ebenfalls. Kassenprüfer für 2027 ist der IV Bausenhagen. KIV-Obleute für Invasive Arten Nadine Batze und Marcel Grassat. Delegierte für die LV-Versammlung: Nadine Batze, Martin Greitzke, Alfons Pohlmann, Dominic Kersten. Alle Gewählten nahmen ihre Wahlen an.
Die nächste Versammlung findet statt am 22. Januar 2027 in Hamm.
Ort: HSV-Casino, Jürgen-Graef-Allee 13, 59065 Hamm
Jörg Nies (Schriftführer), Hans-Joachim Olschewski (Vorsitzender)
Bienenstände unbedingt an das Veterinäramt melden, die Meldung ist gemäß der Bienenseuchenverordnung verpflichtend
Ilka Hüggenberg, Amtliche Tierärztin beim Kreis Unna, referierte am 24.1.2025 in Hamm in Vertretung für Dr. Kirschner über den Umgang mit der Amerikanischen Faulbrut (AFB). Um einer Verbreitung generell entgegenzuwirken, empfiehlt die Tierärztin allen Imkern keine Supermarkthonige an die Bienen zu verfüttern, Werkzeuge insbesondere bei Standwechsel zu reinigen und Räuberei zu vermeiden. Als Prophylaxe dienen vor allem die Kontrolle des Brutbildes, Futterkranzproben im Rahmen des Monitorings, Wachshygiene durch die Verwendung von eigenem Wachs oder garantiert seuchenfreien Wachs. Außerdem muss beim Zukauf von Bienen über Kreisgrenzen hinweg ein amtliches Gesundheitszeugnis vorliegen.
Im Jahr 2025 gab es bundesweit 111 Ausbrüche der Faulbrut, nachsehbar auf der Webseite des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI). Um zukünftig effizient Bienenstände im Umkreis eines Ausbruches beproben zu können, bittet die Amtstierärztin, die Meldung ausgebliebener Standort-Meldungen unbedingt nachzuholen, am besten mit Geodaten, E-Mail-Adresse und Mobilfunknummer. Denn im Seuchenfall profitieren alle Beteiligten von einem Standortregister, welches eine schnelle Erreichbarkeit der Imker ermöglicht. Der Beprobung benachbarter Bienenstände kommt zur Eindämmung der Tierseuche eine entscheidende Bedeutung zu. jn

Ilka Hüggenberg vor der Delegiertenversammlung des KIV in Hamm, Foto: J. Nies
